Nichtdemokratie: Ein prima Argument für den Staat

Wenn der bürgerliche Staat seine Früchtchen zu Parteigängern seines Systems machen will, muss er selbstverständlich einiges dafür tun, dass ihnen die Güte dieses Ladens auch einleuchtet. Darauf verlassen, dass sich die Erleuchtung mit den Erfahrungen einstellt, die junge Menschen in dieser Gesellschaft so machen, will er sich offensichtlich nicht. Also ergreift er die Initiative und beliefert die Insassen seiner Bildungsanstaltung mit stichhaltigen Argumenten.

Zum Beispiel mit diesem hier, von dem der örtliche Ausbilder in Sachen „freiheitliche demokratische Grundordnung“ so viel zu halten schien, dass er es in großen Lettern an die Tafel produzierte:

WORTE EINES DEMOKRATIEFORSCHERS:

„DIE ZWEITBESTE DEMOKRATIE IST IMMER NOCH BESSER ALS DIE BESTE NICHTDEMOKRATIE.“

Das ist schwer zu widerlegen. a) Schon weil es ein Demokratieforscher gesagt hat, der ja naturgemäß von der Materie etwas versteht und nachgeforscht hat. b) Aber auch weil von der Nichtdemokratie bekannt ist, dass sie nicht demokratisch ist. Und soviel steht ja schonmal fest: In einer Nichtdemokratie leben – das will niemand. c) Und schliesslich ist es ein grosses Gütesiegel für eine Sache, wenn sie etwas nicht ist, von dem man weiss das es ganz ganz schlimm ist: Nichtdemokratie zum Beispiel, selbst wenn es sich um die beste Nichtdemokratie aller Zeiten handelt.


1 Antwort auf “Nichtdemokratie: Ein prima Argument für den Staat”


  1. 1 pohrt 24. September 2008 um 22:59 Uhr

    gibt also wieder staatsbürgerkunde? dafür sind wir 89 nicht auf die straße gegangen ;)
    sehr schön auch hier auf den punkt gebracht: „Die Demokratie mag nur als das kleinere Übel angesehen werden, vereint aber andererseits so viele Vorteile auf sich, dass sie als die beste bekannte Herrschaftsform bezeichnet werden kann.“ (die verwendung des zitats war nicht honorarpflichtig; http://www.bpb.de/publikationen/7GNY53,0,0,Demokratie_die_beste_Herrschaftsform.html)

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